Willkommen

Lieber Besucher, liebe Besucherin unserer Evangelischen Talstadtgemeinde,

Gott spricht: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers – umsonst!“ , heißt die neue Jahreslosung.

Ich liebe die reiche Bildersprache der Bibel!
Frisches kühles Quellwasser für mich dann, wenn ich vielleicht nach einer langen Wanderung erschöpft und durstig endlich eine Pause einlegen kann.
So erfüllt Gott uns unseren Bedarf nach Leben! Erfülltes, befriedigendes und dann zufrieden machendes Leben.
Das letzte Buch der Bibel eröffnet einen Blick nach vorn auf das „himmlische Jerusalem“, wo alle unsere menschlichen Sehnsüchte von Gott endlich ernst genommen werden und von ihm erfüllt werden.
Die wohl wichtigste Botschaft daran ist, dass wir Menschen eine wirklich spürbare Verbesserung unseres Lebens am Ende nicht ohne Gott hinbekommen. Ohne ihn bleibt alles menschliche Tun Stückwerk. Besser gesagt: Wirkliches Leben liegt im empfangen, nicht im machen.

Wir Menschen entwickeln erstaunliche Kräfte und Schöpfergeist, wenn es darum geht das Leben zu machen. Wir basteln an unserer Karriere, wollen gute Fachmänner und Frauen werden, dürsten nach Anerkennung und Bewunderung. Wir trainieren im Fitnesstudio und beachten zahlreiche Ernährungsregeln. Für andere stehen Partnerschaft und Familie im Mittelpunkt. Alles für die Liebsten! Wieder andere suchen ihr Glück in immer neuen Beziehungen und hasten von Event zu Event.

Oft sind wir uns einig in unserer Klage über eine zunehmende Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft.
Leben in unserer Region tatsächlich die meisten der sozial benachteiligten Menschen? Familien, die mit dem Hartz IV – Satz und Alte, die mit dem niedrigsten Renten auskommen müssen? Und die sich dann als ausgegrenzt empfinden, so dass jene Recht haben, die über eine Spaltung der Gesellschaft klagen?
Ein Experte beschreibt eine neue Arroganz von Menschen aus der Mittelschicht, die unter dem Motto „selber schuld“ sich gegen Mindestlöhne aussprechen und auch nichts von einer Erhöhung der Spitzensteuersätze halten.
Hier wünsche ich mir eine klarere kirchliche Positionierung für eine gerechtere Verteilung unseres gesellschaftlichen Reichtums. Was könnte da unsere Talstadtgemeinde beitragen?

Wir können Beziehungen fördern. Zwischen den Menschen und zwischen Mensch und Gott. Dafür sorgen, dass Gott als „Wasser des Lebens“ erlebt und erfahren werden kann.

Wie hieß es? Wirkliches Leben liegt im Empfangen, nicht im Machen.

Und wir können versuchen die Klagenden zu verstehen.
Das wichtigste bleibt Beten, Gott zum Zuge kommen lassen, Kraft und Hoffnung erbitten und empfangen.

Und dann Aufatmen und fröhlich dieses neue Jahr gestalten.

Es grüßt Sie herzlich

Johannes Lewek, Pfarrer